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Fast jeder, der in seinem Leben eine Hantel
berührt hat, hat bereits oder wird früher später
den Symptomen des Übertrainings begegnen.
Übertraining kann zu ernsthaften Verletzungen,
chronischer Müdigkeit und sogar zum Verlust von
Muskelmasse führen.
Übertraining ist unter Athleten, besonders unter
Bodybuildern, sehr weit verbreitet, weil viele von
ihnen der Meinung sind, dass ein maximaler
Trainingsumfang der schnellste Weg zu massivem
Muskelzuwachs sei.
NICHTS KÖNNTE DER WAHRHEIT FERNER LIEGEN...
Ein zu hoher Trainingsumfang in Verbindung mit
hoher Intensität WIRD zu Übertraining führen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Du viel Zeit und
Energie investieren musst, um Resultate zu
sehen...
Ob Du ein Bodybuilder, Athlet oder
einfach nur jemand bist, der etwas mehr Masse an
den Schultern haben will, Du musst hart trainieren
und konsequent dabeibleiben - sonst geht gar
nichts. Um das Meiste aus Deiner Genetik
rauszuholen, musst Du die Muskeln kontinuierlich
überlasten, indem Du das Gewicht oder die
Intensität bei jedem Workout erhöhst.
Das Problem ist trotzdem, dass viele von uns die
Intensität der Workouts erhöhen, ohne sich
hinreichend zu erholen. Oder, was noch schlimmer
ist, beides zu kombinieren. Der Trick besteht
darin, die richtige Balance zwischen dem
Trainingsumfang und der Intensität zu finden.
Der Rest ist Erholung. Und genau davon handelt
dieser Artikel.
Die Effekte des Übertrainings auf Bodybuilder.
Werfen wir zunächst einen Blick auf einige
Effekte des Übertrainings und wie Du Dich davor
schützen kannst, dass Du überhaupt in diesen
Zustand kommst.
Die Effekte des Übertrainings auf das Nervensystem
Übertraining wirkt sich sowohl auf das
sympathische wie auf das parasympathische
Nervensystem folgendermaßen negativ aus:
Eine höhere Herzfrequenz
Appetitlosigkeit
Hoher Blutdruck
Gewichtsverlust
Schlafstörungen
Eine überhöhte Stoffwechselrate
Reizbarkeit
Müdigkeit
Falls Du mehr als eines dieser Symptome an Dir
selbst feststellen kannst, bist Du wahrscheinlich
bereits im Übertraining. In diesem Fall solltest
Du Deine Trainingsgewohnheiten so schnell wie
möglich verändern.
Die Effekte des Übertrainings auf den
Hormonspiegel
Viele Studien haben gezeigt, dass Übertraining
negative Effekte auf den Hormonhaushalt und auf
hormonelle Reaktionen im Körper hat. Weil
Hormone eine solch entscheidende Rolle beim
Muskelaufbau spielen, kann sich das sehr
nachteilig für den Muskelaufbau auswirken.
Übertraining führt laut Studien zu:
Verringertem Testosteronspiegel
Verringertem Thyroxinspiegel
Erhöhtem Kortisolspiegel
Die Erhöhung des Kortisolspiegels ist in
Verbindung mit der Verringerung des
Testosteronspiegels eine besonders tödliche
Kombination, weil sie dafür sorgt, dass die
Proteinsynthese drastisch verringert wird. Das
wiederum führt letzten Endes zu einem Verlust an
Muskelmasse.
Die Auswirkung des Übertrainings auf das
Immunsystem
Eines der alarmierendsten Nebeneffekte des
Übertrainings ist die negative Auswirkung auf das
Immunsystem unseres Körpers. Es ist unsere
vorderste Verteidigungslinie gegen schädliche
Viren und Bakterien.
Übertraining kann die Zahl unserer Antikörper und
weißen Blutkörperchen im Blut drastisch
verringern. So kannst Du natürlich viel leichter
krank werden. Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn Du
Dich im Übertraining befindest, wirst Du viel
leichter krank und Dein Muskelwachstum wird
ausgebremst.
Die Auswirkung des Übertrainings auf den
Stoffwechsel
Hier ist eine Liste, wie sich Übertraining auf den
Stoffwechsel auswirken kann. Diese Symptome werden
am häufigsten in diesem Zusammenhang erwähnt und
wir können sie nicht ignorieren:
Mikrorisse im Muskelgewebe
Chronisch verringerte Glykogenspiegel
Langsame, geschwächte Muskelkontraktionen
Verringerte Kreatinphosphatspeicherung
Überhöhte Ansammlung von Milchsäure im Gewebe
Überhöhte Übersäuerung des Muskelgewebes
Schäden an Sehnen, Bändern und Bindegewebe
Mittlerweile solltest Du es kapiert haben...
Übertraining schadet dem ganzen Körper und kann
unseren Muskelaufbau ernsthaft gefährden.
Was ist schlimmer - Übertraining durch zu viel
Kardio- oder durch zu viel Krafttraining?
Grundsätzlich ist jede Form des Übertrainings
etwas Schlechtes. Nichtsdestotrotz habe ich beide
Varianten des Übertrainings am eigenen Leib
erfahren und kann aufrichtig sagen, dass
Übertraining durch Krafttraining wesentlich
schlimmer und viel weiter verbreitet ist als
Übertraining durch Kardiotraining.
Hier einige der Gründe dafür:
Um zu wachsen, müssen sich die Muskeln vollständig
vom letzten Workout erholen. Falls Du im
Übertrainings bist und die Muskeln beanspruchst,
bevor sie sich vollständig erhohlt haben, wirst Du
das Muskelgewebe angreifen, bevor es aufgebaut
wurde - auf diese Weise ist es unmöglich, Muskeln
aufzubauen!
Übertraining durch Krafttraining erhöht das Risiko
für Schäden am Immun- und Nervensystem, was
wiederum ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko
bedeutet. Es kann Anfänger auf die falsche Fährte
locken, Anfänger könnten irrtümlicherweise ihr
Geld für nutzlose Nahrungsergänzungsmittel
verschwenden, oder, was noch schlimmer wäre, für
Steroide.
Ich persönlich glaube, dass lediglich
Wettkampfathleten wie Schwimmer, Läufer und
Radsportler riskieren, dass sie durch
Kardiotraining in einen Zustand des Übertrainings
kommen, weil sie tendenziell mehr als 2 Stunden
pro Tag trainieren.
Unterm Strich ist es für den
Durchschnittsmenschen viel leichter, durch
Krafttraining ins Übertraining zu kommen als durch
Kardiotraining. Gleichzeitig ist der negative
Effekt potenziell größer.
Woher weiß ich, ob ich im Übertraining stecke?
Das festzustellen, ist sehr einfach. Wenn Du
wirklich auf Deinen Körper hörst, kannst Du
meistens die Anzeichen für Übertraining bemerken,
bevor sie ernsthaftere Ausmaße annehmen.
Wenn Du das Interesse an Workouts verlierst,
Schlafprobleme hast, Dich schwach, müde und
reizbar fühlst, ist die Wahrscheinlichkeit groß,
dass Du Dich im Übertraining befindest. In diesem
Fall solltest Du Dir mindestens eine Woche an
Auszeit gönnen.
Falls Du zwei oder mehr dieser Symptome in diesem
Artikel an Dir feststellen kannst, sollte bei Dir
eine rote Alarmleuchte angehen.
Eine weitere Variable, die Du dafür verwenden
kannst, um festzustellen, ob Du Dich im
Übertraining befindest, ist: Deine
Trainingsfortschritte zu beobachten.
Hat sich Deine körperliche Leistungsfähigkeit seit
Deinem letzten Training verbessert im Vergleich
zum letzten Workout?
Wenn Du beispielsweise bei Deinem letzten Workout
in der Lage warst, 8 Klimmzüge mit Deinem
Körpergewicht zu schaffen, aber in der
darauffolgenden Woche nur 6 schaffst, bedeutet
das, dass Du nicht in der Lage warst, Dein
vorheriges Workout zu „übertreffen“, also hast Du
Dich nicht richtig erholt und bist deswegen
möglicherweise im Übertraining.
Du solltest also Deinen Trainingsplan dahingehend
überarbeiten, dass Du bei JEDEM Training einen
Fortschritt verzeichnen kannst.
Wie kann ich mich vor Übertraining schützen?
Um Übertraining zu vermeiden, brauchst Du eine
vielseitige Herangehensweise. Du musst den
optimalen Trainingsumfang bestimmen, die optimale
Intensität, Dich richtig ernähren, Dir genügend
Pausen und Erholung gönnen. All das sollte in
Deine Überlegungen miteinfließen. Lass uns nun all
diese Faktoren detaillierter betrachten.
Der richtige Trainingsumfang
Den richtigen Trainingsumfang zu bestimmen, kann
schwierig sein, besonders, wenn Du Anfänger bist.
Du musst festlegen, welches Gewicht Du benutzt,
wieviele Wiederholungen und wieviele Sätze Du pro
Training machst.
Du musst dabei Deinen gesunden Menschenverstand
benutzen, basierend auf Deiner Erholungsfähigkeit
und auf Deinen Erholungsmethoden. Denke daran,
dass Dein Ziel darin besteht, jedes einzelne
Training zu verbessern und wenn das nicht der Fall
sein sollte, Deinen Trainingsumfang zu reduzieren.
Hierbei machen viele Leute Fehler. Du fängst an
mit Deinem Workout und bemerkst vielleicht, dass
Du Dich noch nicht ausreichend erholt hast. Du
kannst dann entweder mit geringer Intensität
trainieren oder das Workout abbrechen.
So hart es klingen mag, das Workout abzubrechen,
ist die richtige Wahl. Dreh Dich einfach um und
geh nach Hause. Dein Körper sagt Dir, dass Du mehr
Ruhe brauchst und Du MUSST auf ihn hören!
Es macht keinen Sinn, mit geringerer Intensität zu
trainieren. So verletzt Du nur Dein Muskelgewebe.
Es erhöht die Verletzungsgefahr und es sabotiert
Deinen Körper bei seinem Versuch, sich von für
Deine nächste intensive Trainingssession zu
erholen.
Die richtige Ernährung
Deine Ernährung spielt eine große Rolle für Dein
Muskelaufbauprogramm. Sie hilft dabei, den
Hormonhaushalt zu regulieren, sie gibt Dir Energie
und die nötige Grundsubstanz, um neues
Muskelgewebe aufzubauen.
Hier ein paar Empfehlungen von mir, die das Risiko
für Übertraining minimieren:
Frühstücke immer. Es ist eine der wichtigsten
Mahlzeiten des Tages. Das Frühstück auszulassen,
ist sehr katabol und kann einen Abbau von
Muskelmasse bedeuten. Lass niemals zu, dass Du
hungrig wirst. Wenn Du versuchst, Muskelmasse
aufzubauen, musst Du Deinen Körper konstant mit
hochqualitativen Nahrungsmitteln versorgen,
so dass er niemals die Gelegenheit dazu bekommt,
Muskelgewebe abzubauen.
Solange Du nicht versuchst, Muskelmasse aufzubauen
UND gleichzeitig Fett abzubauen, solltest Du
immer vor Deiner Trainingssession satt sein und
nicht hungrig. Nimm die umfangreichste Mahlzeit
des Tages innerhalb einer Stunde nach dem Workout
zu Dir!
Denke darüber nach, getestete
Nahrungsergänzungsmittel wie Kreatin und
Antioxidantien zu Dir zu nehmen. Sie werden Deine
Trainingsform verbessern und Deine freien Radikale
bekämpfen. Nimm spätestens alle 2-3 Stunden eine
Mahlzeit zu Dir, um sicherzugehen, dass Dein
Körper in einem anabolen Zustand bleibt.
Sorge dafür, dass Deine Glykogenspeicher voll
bleiben, um dem Verlust von Muskelmasse
vorzubeugen.
Ruhe und Erholung
Ruhe und Erholung sind wichtig, wenn es darum
geht, Übertraining zu vermeiden. Schlafe
mindestens 7 Stunden pro Nacht und führe ein
ausgeglichenes Leben. Es ist wichtig, dass Du
zwischen den Workouts Erholungstage hast.
Versuche, einen Erholungstag zwischen
Trainingstagen einzuhalten und trainiere niemals
dieselbe Muskelgruppe an aufeinanderfolgenden
Trainingstagen.
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